Bürgermeisterin Birgit Tupat besucht Walzwerke Einsal
Nachrodt-Wiblingwerde. Im Rahmen des regelmäßigen Dialogs traf Bürgermeisterin Birgit Tupat den Geschäftsführer der Walzwerke Einsal, Dr. Bodo Reinke zum Sommergespräch. Als größter Arbeitgeber in Nachrodt-Wiblingwerde nehmen die Walzwerke Einsal eine besondere Rolle für die lokale Wirtschaft in Nachrodt-Wiblingwerde ein.
Der Termin vor Ort und die anschließende Betriebsführung unterstreichen die Wichtigkeit der Zusammenarbeit zwischen Gemeindeverwaltung und Unternehmen vor Ort. Die wirtschaftlich turbulenten Zeiten machen einmal mehr deutlich, wie wichtig das über Jahre entstandene Vertrauen und der gemeinsame Austausch sind.
Austausch und Betriebsführung
Empfangen wurde Bürgermeisterin Tupat von Dr. Bodo Reinke, der ihr zu Beginn in einem ausführlichen Gespräch die jüngsten Entwicklungen und strategische Ausrichtung der Walzwerke Einsal erläuterte. Die Bürgermeisterin zeigte sich beeindruckt von den kontinuierlichen Innovationen und Investitionen, die die Walzwerke Einsal auch angesichts der angespannten nationalen, europäischen und weltwirtschaftlichen Lage immer wieder tätigen.
Bei der anschließenden Betriebsführung konnte sich Birgit Tupat persönlich ein Bild von den großformatigen Maschinen und Anlagen im XXXL Format machen. Die warm- und kaltumgeformten Edelstahl-Langprodukte wie Stabstähle, Sonderprofile und Flach- oder Vierkantstähle fallen in der Regel in großen Formaten an. Die im Werk geformten Halbzeuge werden weltweit in verschiedensten Abnehmerbranchen wie Maschinenbau, Luft- und Raumfahrt, Automotive und Medizintechnik eingesetzt. So ist weltweit in vielen Bereichen ein gutes Stück Arbeit aus Nachrodt-Wiblingwerde enthalten. Walzwerke Einsal sind zudem bekannt für die Herstellung von über 400 Edelstahlgüten, Titan- und Nickelbasislegierungen und bieten darüber hinaus diverse Serviceleistungen wie Wärmebehandlung und Oberflächenbehandlung an.
Birgit Tupat hob die Fähigkeit des Traditionsunternehmens hervor, sich den vielzähligen Herausforderungen zu stellen und die multiplen Krisen der vergangenen Jahre erfolgreich zu bewältigen. Im Gespräch wurde die Bürgermeisterin deutlich und bestätigte die Resilienz des Unternehmens als Beleg für die Weitsicht der Unternehmensführung. Um in der globalisierten und schnelllebigen Welt zu bestehen, ist der Schulterschluss zwischen guter Arbeit in den Unternehmen, der kommunalen Verwaltung und den handelnden Personen unverzichtbar. Die regelmäßigen Unternehmensbesuche sind daher besonders wichtig, um aktuelle und zukünftige Herausforderungen frühzeitig zu erkennen meistern zu können.
Gemeinsam für den Wirtschaftsstandort
Im Gespräch wurde schnell klar, wie sich das gewachsene Vertrauen in der Praxis auszahlt. So hat sich Bürgermeisterin Birgit Tupat immer wieder für die Walzwerke Einsal bei Behörden und Bezirksregierung stark gemacht. Das ist wichtig, denn die immer komplexer werdenden Umweltauflagen, überbordende Bürokratie und immer neue behördliche Verordnungen erschweren den wirtschaftlichen Betrieb zusehends. Die Herausforderungen zur Sicherung des Standorts lassen sich nur gemeinsam meistern betonen Birgit Tupat und Dr. Bodo Reinke im Gespräch.
Ein beispielhaftes Projekt, das die Herausforderungen der Umweltschutzauflagen verdeutlicht, war die aufwändige Sanierung des Obergrabens. Der rechts vom eigentlichen Flusslauf vor über 100 Jahren angelegte Wasserlauf, der unter den Hallen des Warmwalzwerkes verläuft, musste umfassend instandgesetzt werden. Die Auflagen waren enorm, da neben den baulichen Anforderungen auch der Schutz von Fledermauspopulationen berücksichtigt werden musste, die im Bereich des Grabens leben.
Die daraus resultierenden behördlichen Vorgaben waren derart aufwändig, dass eine wirtschaftliche Sanierung kaum machbar war. Dank des kontinuierlichen Austauschs und der gemeinsamen Bemühungen, Kompromisse mit den zuständigen Behörden zu finden, konnten die Arbeiten schließlich doch durchgeführt werden, ohne den Betriebsablauf zu gefährden.
Das Ergebnis: Die aufwändig gutachterlich dokumentierten und berechneten, zentimetergenau angebrachten Nistkästen wurden von den Fledermäusen gar nicht angenommen. Diese sind in der Zeit der Sanierungsmaßnahme lieber in die natürlichen Felsspalten und Höhlen wenige Meter weiter auf dem Firmengelände eingezogen.
Birgit Tupat unterstrich, dass solche Auflagen zeigen, wie wichtig es ist, die Wirtschaft zu stärken und gleichzeitig die in den vergangenen Jahrzehnten immer weiter ausufernden Schutzrechte zu hinterfragen. Dabei gerät der Mensch inzwischen häufig ins Hintertreffen.
350 Jahre Tradition und Innovation
Mit umso mehr Zuversicht und Freude feierten die Walzwerke Einsal am 4. Juli 2025 das 350-jährige Firmenjubiläum. Dieses Ereignis würdigte Bürgermeisterin Tupat als eine bemerkenswerte Leistung, die den Respekt vor dem, was in über drei Jahrhunderten aufgebaut wurde, verdient. Die Walzwerke Einsal seien nicht nur ein wirtschaftlicher Anker, sondern auch ein ganz wichtiger Teil der regionalen Identität und Geschichte.
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